Im vergangenen September flog die Geschichts-AG ins lettische Riga, um gemeinsam mit der deutschen Sprachklasse 10a an dem Geschichtsprojekt „Deutsche Spuren“ zu arbeiten. Am 30.04.2016 war es dann soweit: Eine elfköpfige Schülergruppe aus dem lettischen Riga machte sich von unserer Partnerschule, dem Staatlichen deutschen Gymnasium Riga, auf den Weg zum Köln-Bonner-Flughafen, von wo es dann weiter nach Xanten ging.

Nach einem freien Tag, den die deutschen und lettischen Schüler/innen gemeinsam in den Xantener Gastfamilien verbrachten, startete dann am 2. April die Arbeit am gemeinsamen Projekt „Deutschland und Lettland zwischen europäischer Identität und nationalem Bewusstsein“, für das sich die Schüler mit den historischen Ursprüngen und Grundlagen sowie mit der daraus resultierenden Gegenwart und Zukunft eines gemeinsamen Europas auseinandersetzten. Arbeitssprache war dabei während des gesamten Projektes die deutsche Sprache, die die lettischen Schüler/innen bereits seit der 3. Klasse erlernen. Dabei lag ein besonderer Fokus auch auf der Arbeit mit dem lettischen Nationalepos “Der Bärentöter“, den die Schüler/innen in gemeinsamer Arbeit mit dem deutschen “Nibelungenlied“ verglichen und dabei auch insbesondere die Bedeutung der beiden Texte bei der Entwicklung der beiden Nationalstaaten sowie deren propagandistisches Potential herausarbeiteten. Die Ergebnisse des von den Geschichtslehrern Alexander Kalninš (Xanten) und Frau Zvaigzne (Riga) betreuten Projekts sind derzeit vor dem Lehrerzimmer gegenüber den Sekretariaten ausgestellt.

Es wurde allerdings nicht nur mit Quellen und Sekundärliteratur zu den Themen in Klassenräumen gearbeitet, sondern das Thema auch durch gemeinsame Museumsbesuche und Exkursionen in außerschulischen Lernformen vermittelt. So gab es zum einen Besuche an lokalen Lernorten, wie dem Archäologischen Park Xanten, dem Xantener Dom und dem Siegfried-Museum Xanten. Zum anderen gehörten aber auch ganztätige Exkursionsfahrten nach Brüssel, wo die Schülerinnen und Schüler das Europäische Parlament besuchten und an einem Rollen- und Simulationsspiel zur Arbeit des Europäischen Parlements teilnahmen sowie nach Aachen und Köln, wo man bei der Besichtigung der jeweiligen Dome und Altsstädte den Spuren Karls des Großen sowie der Entwicklung sowohl des deutschen Nationalstaats, als auch einer gemeinsamen europäischen Identität folgte, zum Programm. Die Exkursionen und ein großer Anteil gemeinsam verbrachter Freizeit, u.a. mit Besuch des Xantener Nibelungenspektakels, rundeten eine für alle Beteiligten spannende, abwechslungsreiche und erfolgreiche Projektwoche ab.

An der Gestaltung und Ausführung des gemeinsamen Projekts waren von lettischer Seite Frau Gundega Muceniece und Herr Zvaigzne sowie von deutscher Seite Herr Kalninš und Frau Gesink beteiligt. Den Xantener Schüler/innen Frederic Beaupoil, Johanna deVries, Stephan Drozdowski, Theresa Hilp, Jana Lork. Nele Ochmann, Tarek Hindash Lawrence Ruiz, Maybrit Sevecke, Milena Strenge und Annika Zachau sowie unseren lettischen Austauschschüler/innen aus Riga gilt für die engagierte und erfolgreiche Mitarbeit an dem Projekt unser herzlichster Dank.

Auch die Lokalpresse berichtete bereits über das gemeinsame Projekt und den Austausch.

Für die kommende Projektwoche am SSGX im kommenden Oktober (30.09-07.10.2016) ist ein erneutes gemeinsames Geschichtsprojekt mit Austausch zum Thema “Deutsche Spuren in Lettland” in Riga, Lettland geplant. Die Schülerinnen und Schüler aus Xanten sollen im Rahmen dieses Projektes auch wieder in lettischen Gastfamilien aufgenommen werden. Ein Rückbesuch in Xanten ist für die erste Maiwoche 2017 geplant. An dem Projekt und dem Autstausch interessierte Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen (nächstes Schuljahr EP) melden sich bitte bei Herrn Kalninš.